AKTUELLES
Marianne Oehler mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Marianne Ursula Oehler
Seit 27 Jahren schenkt Marianne Ursula Oehler aus Lahntal schwer kranken und sterbenden Menschen Zeit, Nähe und Menschlichkeit – nun ist ihr jahrzehntelanges Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt worden.
Landrat Jens Womelsdorf überreichte ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande an ihrer langjährigen Wirkungsstätte, dem St. Elisabeth Hospiz in Marburg, und würdigte Oehler als Vorbild für gelebte Mitmenschlichkeit.
Ob Vorlesen, Singen, gemeinsames Fußballschauen oder Kochen und Backen: Oehler richtet sich ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen, die sie im Hospiz begleitet – und tut dies trotz eigener körperlicher Einschränkungen noch immer einmal pro Woche.
Seit dem Jahr 2000 gibt sie ihre Erfahrung zudem an künftige Ehrenamtliche weiter und bereitet sie in einer 100-stündigen Schulung auf die anspruchsvolle Hospizarbeit vor; auch beim Projekt „Hospiz macht Schule“ engagiert sie sich dafür, Kinder behutsam an die Themen Sterben, Tod und Trauer heranzuführen.
Oehlers Einsatz für andere reicht weit über das Hospiz hinaus: Mehr als zwei Jahrzehnte leitete sie die Jungschargruppe der evangelischen Kirchengemeinde Sterzhausen und prägte dort Generationen von Kindern mit Spiel, Musik und gemeinsamen Aktivitäten.
Seit 1994 steht sie außerdem als Chorleiterin an der Spitze des Lahntaler Chors „Lahntabile“, organisiert Veranstaltungen und stellt gemeinsam mit ihrem Mann seit Jahrzehnten Räume für die Proben und Benefizaktionen des Ensembles zur Verfügung.
Auch künstlerisch ist Oehler aktiv: Sie töpfert und zeichnet und spendet die Erlöse aus dem Verkauf ihrer Arbeiten zugunsten des St. Elisabeth Hospizes.
Lahntals Bürgermeister Carsten Laukel fasste ihr Wirken in vier Begriffen zusammen: Kunst, Kultur, Nächstenliebe und Kirche – Bereiche, in denen Oehler über Jahrzehnte hinweg Spuren - auch in Lahntal - hinterlassen habe. Laukel bedankte sich herzlich bei der Geehrten für das aussergewöhnliche Engagement und überreichte ein Geschenk.
Die 1952 in Büdingen geborene ehemalige Krankenschwester, Mutter von drei Kindern und langjährige Ehrenamtliche erhält damit die höchste staatliche Auszeichnung Deutschlands für Verdienste um das Gemeinwohl – als sichtbare Würdigung eines Lebens, in dem das Wohl anderer stets einen besonderen Platz hatte.
