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Dockweiler Chemicals GmbH plant neuen Standort in Goßfelden
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Über 100 Bürger informieren sich über die geplante Ansiedlung im Industriegebiet Hartwiesen II – Produktion soll 2029 starten.
100 interessierte Bürgerinnen und Bürger, darunter auch zahlreiche Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Goßfelden/Sarnau/Göttingen, haben sich bei der Bürgerversammlung in der Lahntalhalle über die geplante Ansiedlung der Dockweiler Chemicals GmbH informiert. Das Unternehmen, das bislang am Görzhäuser Hof ansässig ist, will im Industriegebiet Hartwiesen II einen zusätzlichen Standort errichten. Die Produktion soll 2029 beginnen.
Der Spezialchemikalienhersteller produziert hochreine Verbindungen für die Halbleiterindustrie und arbeitet mit führenden Unternehmen der Branche zusammen. Mit der Investition will Dockweiler Chemicals die Produktion strategischer Substanzen nach Europa zurückholen und bewusst im Landkreis Marburg-Biedenkopf bleiben. „Die Entscheidung für Goßfelden ist eine strategische Entscheidung und zugleich ein klares Bekenntnis zu unserer Heimat. Wir kommen aus dem Hinterland, wollen hier im Landkreis investieren, Arbeitsplätze schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region stärken. Dazu gehört für uns auch die enge Zusammenarbeit mit unseren Hochschulen“, betonten die Geschäftsführer Dr. Jörg Koch und Dr. Arnd Greiling. Zunächst sind am neuen Standort 50 Arbeitsplätze geplant. Bei weiterwachsender Nachfrage könnten es langfristig bis zu 250 werden. Der bisherige Standort am Görzhäuser Hof bleibt bestehen.
SICHERHEIT HAT PRIORITÄT
Bei der Bürgerversammlung standen vor allem Fragen zum Umgang mit Gefahrstoffen und zum Schutz der Umwelt im Mittelpunkt. Dr. Jörg Koch und Dr. Arnd Greiling erläuterten, dass ein sorgfältiger Umgang mit den Chemikalien und höchste Reinheit für die Produktion unerlässlich seien. Nach Angaben des Unternehmens sind weder Geruchs- noch nennenswerte Lärmbelastungen zu erwarten. Auch das Brandschutzkonzept wurde thematisiert: Aufgrund der eingesetzten Stoffe müsse ein möglicher Brand anders als mit Wasser bekämpft werden.
Bürgermeister Carsten Laukel betonte, dass die Gemeinde die Verkaufsverhandlungen nur aufgenommen habe, nachdem die frühzeitig eingebundene Freiwillige Feuerwehr sowie Kreisbrandinspektor Lars Schäfer ihre Zustimmung signalisiert hätten. „Wenn die Feuerwehr Nein gesagt hätte, hätten wir es nicht gemacht“, stellte Laukel klar.
BAU IN MEHREREN SCHRITTEN
Auf dem Grundstück an der Straße „Vor der Aue“ sind ein zweigeschossiges Verwaltungsgebäude sowie Produktions- und Lagerbereiche vorgesehen, erklärten die beiden Ingenieure vom Architektenbüro „Integrale Planung“ Stephanie Hindelang und Stefan Rover. Das Verwaltungsgebäude wird hier als erstes entstehen. Für die Produktionsanlagen ist ein aufwendigeres Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium Gießen erforderlich. Nach derzeitiger Planung soll die Produktion 2029 anlaufen. Vor Baubeginn soll das Gelände so weit aufgeschüttet werden, dass die Anlagen auch bei einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt sind. Begrünte Flächen und eine mögliche spätere Erweiterung sind ebenfalls eingeplant.
