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Doppeljubiläum beim Kirchenchor Goßfelden –
80-jähriges Bestehen und seit 40 Jahren unter derselben Leitung
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Goßfelden, den 20. Mai 2026 – Doppelter Anlass zum Feiern beim Kirchenchor Goßfelden: Der Chor besteht seit stolzen 80 Jahren und die Hälfte dieser Zeit wird er bereits von Regina Spehrer-Diebel geleitet. Das Doppel-Jubiläum ist Anlass für einen Festgottesdienst mit anschließender Serenade am Pfingstsonntag, den 24. Mai.
„Ich kann ja gar nicht ohne Chor!?“ Die Frage nach dem Weitermachen stellt sich auch nach 40 Jahren am Dirigentenpult nicht für Regina Spehrer-Diebel. Außerdem ist sie erst 62 Jahre alt – mit gerade mal 22 hat sie 1986 den Kirchenchor in Goßfelden übernommen. „Damals habe ich mir darüber gar keine großen Gedanken gemacht“, erzählt sie. Und dass sie einmal Chorleiterin werden würde, das war schon sehr viel früher klar. Im Kinderchor habe der Leiter gefragt, wer das auch mal eben ausprobieren wolle – Regina wollte und wusste: Das mache ich später auch.
Im Laufe der Jahre hat sie dann in mehreren Chören gesungen und mehrere Chöre geleitet. Auch Männerchöre, für die ihr Herz besonders schlägt. Sie hat eine Ausbildung des Deutschen Sängerbundes zur Leiterin für alle Laienchöre gemacht. Und ist Mitglied im Kirchenchor Goßfelden, seit sie zehn Jahre alt war. „Ich finde es wunderbar, dass sich im Chor Menschen begegnen, die sich sonst eben nicht begegnen würden“, erklärt Regina Spehrer-Diebel. Ihre Großeltern und Eltern waren auch bereits Chormitglieder und mit ihrem Sohn ist jetzt die vierte Generation der Familie aktiv.
Es gibt wenig Dokumente und keine Fotos aus der Anfangszeit. Verbrieft ist: Gegründet wurde der Kirchenchor 1946 von der Frau des damaligen Pfarrers Hans Theodor Siebert, Elisabeth Siebert. Während die Geschichte des Posaunenchors 1955 übrigens mit dem Sohn der beiden begann. Auch da lag Musikalität in der Familie. Später übernahm Erika Redhardt den Kirchenchor, die Regina Spehrer-Diebel noch als ihre Lehrerin kennt. Danach war Hartmut Selig, Schwiegersohn von Pfarrer Ludwig Müller, 16 Jahre lang der Chorleiter.
Zwischenzeitlich hatte der Chor genau wie das benachbarte Sarna so wenige Mitglieder, dass man sich zusammentat – daher der gemeinsame Name „Kirchenchor Lahnfels“. Heute singen 35 Männer und Frauen mit. Einige stießen im vergangenen Jahr zu einem Projektchor – und hatten so viel Spaß, dass sie geblieben sind. Das ist für die Chorleiterin auch ein entscheidender Faktor neben der Musik: „Wir haben Spaß zusammen, wir erleben Gemeinschaft und wenn wir einmal die Woche zum Proben zusammenkommen, dann können alle auch mal ihre Sorgen vergessen“, sagt sie.
Der Chor gestaltet die Gottesdienste an hohen Feiertagen mit ebenso wie Passions- und Adventsandachten. Und natürlich begleitet der Kirchenchor auch alle sieben Jahre das Grenzgangsfest. Es ist eine Partnerschaft mit dem Kirchenchor Kirchhain entstanden, erzählt Regina Spehrer-Diebel, die über ein gemeinsames Projekt begann. Zu Zeiten des getrennten Deutschland unterhielt der Chor einen Austausch mit dem ostdeutschen Gatterstädt.
Auf die Frage nach einem Lieblingslied erntet man bei der Chorleiterin Kopfschütteln. Ihren Sängerinnen und Sängern sagt sie, dass man immer so tun soll, als sei jedes Lied das Lieblingslied, verrät Pfarrerin Sandra Niemann. „Ich würde kein Lied mit in den Chor nehmen, mit dem ich persönlich nichts anfangen kann“, sagt Spehrer-Diebel. Aber alle, die sie mitnimmt, die singt und dirigiert sie dann auch gern. Den Stil beim Dirigieren hat sie sich selbst erarbeitet, da nütze es nichts, andere kopieren zu wollen. Aber wie andere Stücke interpretieren, das schaut sie sich gern an. Und wenn man sie fragt – dann übernimmt sie jederzeit auch das Neujahrskonzert in Wien.

Foto: Nadja Schwarzwäller
Der Auftakt zu ihrem Jubiläum und zum Jubiläum des Chors ist ein Festgottesdienst am Sonntag, den 24. Mai um 14 Uhr. Der wird mit gestaltet von Pfarrerin Sandra Niemann, Bezirkskantorin Annemarie Göttsche und Dekan Jens Heller, der auch die Festpredigt hält. Am Nachmittag folgt um 16:30 Uhr eine Serenade in der Kirche, an der sich die anderen Musikgruppen der Kirchengemeinde Goßfelden-Sarnau beteiligen. Und für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher ist im Anschluss ebenfalls gesorgt.
