AKTUELLES
Verein "Zwei Raben: Literatur in Oberhessen e.V." informiert
Der Verein „Zwei Raben: Literatur in Oberhessen e.V.“ vergibt 2026 die Autorenstipendien im Ubbelohde-Haus an Alina Herbing und Clementine Skorpil
In diesem Jahr hat die Jury (der Schriftsteller Thomas Hettche als Vorsitzender, die Autorin Alissa Walser, der Literaturkritiker Christoph Schröder, die Vereinsvorsitzende Erika Schellen berger und Ludwig Rinn, Vorsitzender der Otto-Ubbelohde-Stiftung) aus mehr als 70 Bewerbungen Alina Herbing und Clementine Skorpil ausgewählt.
Der Verein „Zwei Raben“ stellt den Schriftstellerinnen und Schriftstellern eine Wohnung im ehemaligen Atelier-und Wohnhaus des Malers Otto Ubbelohde im Lahntal in Goßfelden zur Verfügung. Stipendiaten waren im Lauf der Jahre: Marion Poschmann, Marcus Braun, Christoph Peters, Sandra Burkhardt, Olga Martynova, Paul-Henri Campbell, Iris Wolff, Bettina Hartz, Norbert Hummelt, Franzobel, Andreas Schäfer, Ann Cotten und Charlotte Gneuß. Die Texte, die in Goßfelden entstanden, sind in den drei Bänden „Rabenbetrachtungen I, II und III im Verlag „Das Wunderhorn“ erschienen.
Sie liegen im Ubbelohdehaus am Eingang zum Atelier zum Verkauf aus. In der Begründung der Jury von 2026 heißt es:

Clementine Skorpil schreibt an einem Roman, dessen Zauber die Jury nicht losgelassen hat. Gleichermaßen bunt und klug erzählt sie in „Die singenden Bäume“ eine Geschichte, die genauso im Heute wie im 18. Jahrhundert angesiedelt ist, in China und Frankreich, zwischen Reise- und Liebesroman. Der englische Aufklärer David Hume kommt darin vor und der chine sische Kaiser Yongzheng, eine schottische Köchin namens Susan und der Musiker Wu. Und in allem wilden Fabulieren stellt der Roman jene eine Frage, die heute drängender scheint denn je: Was ist unsere westliche Aufklärung wert?

Alina Herbing hat mit „Rom, New York, Berlin“ ein Romanprojekt eingereicht, das die Jury in seiner Gegenwärtigkeit und mit seiner literarischen Raffinesse überzeugt hat. Erzählt wird von einem internationalen Paar, Ben und Marie. Er lebt in New York, sie in Berlin. Im Sommer 2020, mitten in der Pandemie, entschließen sich die beiden, auf einer karibischen Insel zu heiraten, doch auf dem Weg dorthin strandet Marie in einem 5-Sterne-Ressort. Was sich an der Oberfläche liest wie ein Lifestyle-Text, ist in Wahrheit ein eleganter Text über eine Welt am Kipp-Punkt, über Machtverhältnisse und über eine Frau, deren Prägungen dafür sorgen, dass sie sich überall fremd fühlt.
Clementine Skorpil zieht am 09.Juni für drei Monate in die Autorenwohnung im Ubbelohdehaus.
„Clementine Skorpil schreibt vom Zauber alter Bäume.“ Da ist sie an der Pappelallee, der Linde und den hohen Buchen am Ubbelohde-Haus bestens aufgehoben,“ freut sich die Vorsitzende Erika Schellenberger.
Alina Herbing wird vom 05. September – 04.Dezember 2026 in der Autorenwohnung im Ubbelohdehaus leben und arbeiten.
„Über ein – nicht zuletzt durch die Klimaerwärmung – bedrohtes Paradies schreibt Alina Herbing gerade und führt uns damit die Zerbrechlichkeit aller unserer Idyllen vor Augen. Zwei passende Projekte,“ findet die Vorsitzende Erika Schellenberger und freut sich mit den Vereinsmitgliedern auf die beiden Stipendiatinnen.“
Zum Vormerken: Am Donnerstag, 18.06. stellt sich die neue „Zwei Raben“-Stipendiatin Clementine Skorpil um 18.00 Uhr in der Evangelischen Kirche Goßfelden vor.

