Vorsorgen für Krisen
GUT VORBEREITET FÜR DEN ERNSTFALL
In den vergangenen Jahren haben verschiedene Herausforderungen - wie Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Gas-Knappheit, Cyberattacken, extreme Wetterereignisse, … – dazu geführt, dass das persönliche Sicherheitsgefühl beeinträchtigt wird.
Krisen – wie ein Stromausfall, Hochwasser oder ein Brand - treten unerwartet ein und können uns plötzlich in eine Notlage bringen. Besonders deutlich wurde dies Anfang Januar 2026, als in Berlin die Stromversorgung tagelang ausfiel. Deshalb trifft die Gemeinde Lahntal – als Verwaltung und in enger Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr – Vorkehrungen, um in außergewöhnlichen Situationen koordiniert reagieren zu können. Denn eine gute Vorsorge und verlässliche Informationen geben uns Sicherheit und ermöglichen kurzfristig handlungsfähig zu sein.
Die Feuerwehrhäuser in Goßfelden, Sterzhausen und Caldern sind für den Fall einer größeren Störung als zentrale Anlaufstellen vorgesehen. Diese sogenannten „Leuchttürme“ stehen der Bevölkerung zur Verfügung, wenn beispielsweise die klassischen Notrufmöglichkeiten ausfallen sollten. Dort gibt es geschultes Personal, um Unterstützung leisten zu können. Dennoch ist klar, dass diese Maßnahmen nicht alle Bedürfnisse abdecken können.
Wir möchten Ihnen heute Informationen an die Hand geben, sich auch individuell auf eine eventuelle Krisensituation einzustellen. Vorsorge bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für unsere Gemeinschaft.
So hilft Ihnen eine gute Vorsorge:
- Sie wissen, was zu tun ist und können dadurch ruhiger bleiben
- Sie können sich und andere versorgen, bis Hilfe eintrifft
- Sie entlasten Rettungskräfte, die sich um diejenigen kümmern müssen, die sich nicht selbst helfen können
Schon einfache Maßnahmen können im Ernstfall helfen: Ein gewisser Vorrat an Wasser und haltbaren Lebensmitteln sowie ein überschaubarer Bargeldbetrag erleichtern die Versorgung bei kurzfristigen Ausfällen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt zudem, einen Notvorrat für etwa zehn Tage anzulegen und einen Notfallrucksack bereitzuhalten.
GUTE VORBEREITUNG UND VERLÄSSLICHE INFORMATIONEN GEBEN SICHERHEIT
Wissenswertes
LEUCHTTURM
Der sogenannte „Leuchtturm“ – ist Ihr Anlaufpunkt, sozusagen der zentrale Ansprechpartner im Falle einer Katastrophenschutz-Situation. In der Gemeinde Lahntal haben wir unsere Feuerwehren als Standorte ausgewählt: FFW Caldern (Dilschhäuser Str. 1), FFW Sterzhausen (Oberdorfer Str. 1) und FFW Goßfelden/Sarnau/ Göttingen.
Eine zentrale Schnittstelle, wo der Verwaltungsstab sowie die örtliche technische Einsatzleitung für Lahntal zusammenkommen, ist die Freiwillige Feuerwehr in Goßfelden (Hardtbeete 2, 35094 Lahntal-Goßfelden).
FIFO: first in – first out
Das FIFO-Prinzip „first in – first out“ im Zusammenhang mit einem Notvorrat bedeutet, dass die Lebensmittel, die zuerst gekauft werden – auch zunächst verbraucht werden. So stellt man sicher, dass nichts abläuft und verschwendet wird .
Auf diese Weise bleibt Ihr Notvorrat regelmäßig im Gebrauch. Vorne stehen die Produkte, die zuerst gekauft werden und die neugekauften Vorräte kommen nach hinten. Verbraucht werden immer die ältesten Vorräte (zuerst rein – zuerst raus).
BBK
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (kurz: BBK) ist seit 2004 die zentrale Stelle des Bundes für den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Im BBK werden alle Bereiche der Zivilen Sicherheitsvorsorge fachübergreifend und damit zu einem wirksamen Schutzsystem für die gesamte Bevölkerung zusammengesetzt.
Bevölkerungsschutz
In Deutschland basiert auf zwei zentralen Säulen: dem Zivilschutz und dem Katastrophenschutz. Während der Zivilschutz in die Zuständigkeit des Bundes fällt und Organisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) umfasst, liegt der Katastrophenschutz im Kompetenzbereich der Länder, die Aufgaben wie den Brandschutz auf die kommunale Ebene übertragen.
Ergänzt werden diese staatlichen Strukturen durch die fünf anerkannten Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD). Darüber hinaus übernimmt in den Kommunen die Freiwillige Feuerwehr eine zentrale Rolle.
Zivilschutz
Der Zivilschutz ist Aufgabe des Bundes, was in § 1 ZSKG sowie Artikel 73 des Grundgesetzes geregelt ist. Damit soll die Zivilbevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren geschützt werden.
Die Aufgaben des Zivilschutzes sind Selbstschutz, Warnung der Bevölkerung, Schutzbau, Aufenthaltsregelung, Katastrophenschutz nach Maßgabe des § 11 ZSKG, Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit, Maßnahmen zum Schutz von Kulturgut.
Katastrophenschutz
Der Katastrophenschutz in Friedenszeiten ist Aufgabe der Länder und umfasst die Gefahrenabwehr bei Katastrophen. Eine mögliche Katastrophe ist beispielsweise: ein Unwetter, das die Stromversorgung unterbricht, Hochwasser und Starkregen, Sturm, Erdbeben.
Im Katastrophenfall sind Innenministerien der Länder als oberste Katastrophenschutzbehörden zuständig. Die Landkreise und kreisfreien Städte sind mit ihren Fachämtern untere Katastrophenschutzbehörden. Die operative Durchführung, medizinische Versorgung und vieles mehr, erfolgt somit auf kommunaler Ebene.




