AKTUELLES - Pressemitteilung 

10 Jahre Rekommunalisierung der Stromnetze 

Erfolgsgeschichte Energie Marburg-Biedenkopf

Marburg. Im Jahr 2015 unterzeichneten die Städte und Gemeinden Amöneburg, Cölbe, Fronhausen, Lahntal, Lohra, Münchhausen, Rauschenberg, Weimar, Wetter und Wohratal als „Energie Marburg-Biedenkopf (EMB)“ die Verträge, mit denen sie eine Mehrheit ihrer örtlichen Stromnetze kauften und so direkten Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung vor Ort gewannen. Zum Jahresbeginn 2016 gingen die Stromnetze in ihr Eigentum über, also vor nunmehr zehn Jahren. Anlässlich des Jubiläums haben die Stadtwerke Marburg den Gründungskommunen je eine große Kiste mit Sandkastenspielzeug für einen heimischen Spielplatz übergeben.

„Die Energie Marburg-Biedenkopf ist eine Erfolgsgeschichte, die in dieser Form einzigartig ist in Deutschland“, sagt Dr. Bernhard Müller, Geschäftsführer der EMB. Claudia Schnabel, Vorsitzende des Aufsichtsrates, unterstreicht die Bedeutung der EMB: „Die gemeinsame Arbeit der Energie Marburg-Biedenkopf stärkt die kommunale Verantwortung, hält die Wertschöpfung in der Region und schafft langfristig eine verlässliche und nachhaltige Energieversorgung.“ Angefangen hatte alles bereits im Jahr 2010, als die Kommunen die sogenannten
Konzessionen nicht mehr an den Großkonzern E.ON vergaben, sondern sich für eine regionale Kooperation mit den Stadtwerken Marburg entschieden – die Energie Marburg-Biedenkopf war geboren. Die Konzession gibt einem Netzbetreiber das Recht zur Bewirtschaftung des Stromnetzes und Nutzung der öffentlichen Wege. Mit dieser Aufgabe wurde die EAM Netz GmbH betraut, die mit 39 Prozent am Stromnetz beteiligt ist.

Seither investierten die kommunalen Partner mehr als 12 Millionen Euro in das Stromnetz, das bei der Übernahme 15 Millionen Euro wert war. So verbleibt die Wertschöpfung in der Region. Denn auch wenn ein Stromnetz ein sehr langfristiges Geschäft darstellt, so steht es angesichts der Energiewende und Stärkung der Resi-
lienz durch dezentrale Einspeisung von erneuerbaren Energien, Elektromobilität und Wärmepumpen zurzeit vor großen Aufgaben.

Die Energie Marburg-Biedenkopf (EMB) findet derweil Zulauf durch weitere Kommunen und ihre Zweckverbände. So schlossen sich ihr auch die Städte und Gemeinden Ebsdorfergrund, Kirchhain und Stadtallendorf an. Sie alle profitieren zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger von einer gemeinsamen Beschaffung von Energie für die kommunalen Liegenschaften. Darüber hinaus gehören der EMB zahlreiche öffentliche Elektroladestationen und sie koordiniert die anstehende kommunale Wärmeplanung für einige ihrer Kommunen. Auf diese Weise nehmen die Kommunen die Daseinsvorsorge vor Ort selbst in die Hand.

Bildunterschrift: Die Beteiligten der EMB (v. l. Holger Armbrüster, Kai-Uwe Spanka, Dr. Jens Ried, Dr. Bernhard Müller, Claudia Schnabel, Sven Schmidt, Carsten Laukel, Karina Schlemper-Latzel, Heiko Dawedeit, Andre Schlipp, Alexandra Klusmann, Markus Herrmann, Holger Siemon, Danny Schäfer) (Foto: Stadtwerke Marburg, Fabian Kauffmann)