Wohnberatung

Universelles Design – nur was für Ältere oder für uns alle?

 

Wir denken häufig bei Wohnraumanpassung an Ältere und Pflegebedürftigkeit. Dabei gibt es eine hohe Schnittmenge gleicher Bedarfe bei dieser Zielgruppe und bei Familien mit Kindern. Universelles Design möchte dieses in den Blick nehmen. Es ist erstaunlich, wie viele Dinge für einen Haushalt mit Kindern genauso sinnvoll sind wie für einen Haushalt mit Älteren.

 

Was bedeutet universelles Design?

  • Die Anforderungen und Fähigkeiten aller Nutzer (jung, alt, usw.) werden berücksichtigt
  • Produkte (auch Unterstützungstechnologie) werden erfolgreich von einer Vielfalt an Menschen genutzt. Das bedeutet von neuen und erfahrenen Nutzern in einer Vielfalt an Situationen und Umständen. Produkte sind einfach zu verstehen und zu benutzen.

Worauf sollte geachtet werden?

Eine universale Gestaltung und Barrierefreiheit sollte angestrebt werden um ein generationsübergreifendes Wohnen im Quartier zu sichern. Hier ein paar Ideen für den Neubau:

  • Gebäude werden flexibel und vorausschauend geplant, so dass später eine bedarfsgerechte Anpassung in einfacher Weise erfolgen kann. Das bildet die Grundlage für hohen Komfort und eine langfristige Nutzung.
  • Flexible Grundrissgestaltung, um Rückzug und/oder Gemeinschaft zu ermöglichen. Hier gilt es Schlaf-, Wohn- und Sanitärräume so zu konzipieren, dass sie auch bei eingeschränkter Mobilität genügend Bewegungsflächen bieten.
  • Barrierefreiheit ist auch im Außenbereich anzustreben.

   Was mache ich mit meiner bestehenden Immobilie?

Vielleicht ermöglicht es Ihnen diese Zeit, Ihr Haus oder Ihre Wohnung mal so richtig unter die Lupe zu nehmen. Hier ein paar beispielhafte Fragestellungen, die übergreifend Bedeutung haben, d.h. die für Ältere und ebenso Familien mit Kindern wichtig sind:

  • Ist mein „Zuhause“ barrierefrei erreichbar? (auch mit Kinderwagen, Rollator, Rollstuhl)
  • Gibt es einen überdachten Stellplatz für mein Auto?
  • Ist der Müllplatz sicher zu erreichen?
  • Wie ist die Beleuchtung konzipiert und die Hausnummer zu erkennen?
  • Kann ich die Haustür eventuell auch ohne Schlüssel öffnen? Hat die Tür einen automatischen Türöffner?
  • Kann ich per Video sehen, wer sich vor meiner Haustür befindet?
  • Ist die Eingangstür breit genug (mindestens 90 cm)?
  • Gibt es Bewegungsmelder an Lampen in oft frequentierten Bereichen wie Flur, Treppe, Schlafzimmer und Bad für die automatische Wegbeleuchtung auch bei Nacht?
  • Gibt es genügend Handläufe um sicher die Treppen zu nutzen? Ist die Gestaltung kontrastreich um bei einer Sehbehinderung barrierefrei zu sein?
  • Sind Treppen breit genug um eventuell später einen Treppenlift zu installieren?
  • Sind die Breiten der Türen im Innenbereich ausreichend, um Zugang zu Wohnbereich und Küche, Schlafzimmer und Sanitäranlagen zu gewährleisten?
  • Sind die Bewegungsflächen im Wohnbereich (auch Küche), Schlafzimmer und Bad ausreichend bei einem Mehrbedarf an Fläche bei eingeschränkter Mobilität und der notwendigen Nutzung von Rollator und Rollstuhl?
  • Sind die Sanitäranlagen barrierefrei zu nutzen, z. B. Dusche, Toilette, Spiegel? Öffnet die Badezimmer Tür nach außen?
  • Gibt es technische Hilfsmittel um Fenster zu öffnen und zu schließen, oder eine fahrbare Arbeitsinsel in der Küche die im Stehen oder im Sitzen zu nutzen wäre?
  • Wie ist die Temperatur-Einstellung der einzelnen Räume? Oder die zentrale Steuerung zu Licht, Lautsprecher und Fernseher?
  • Ist der Brandschutz durch Rauchsensoren gegeben?
  • Ist Einbruchschutz der Türen und Fenster gegeben?
  • Ist an Gartenbeleuchtung und Wässerung gedacht?

Es gilt eine priorisierte Checkliste zu erstellen, sich weiter zu informieren, Angebote einzuholen und unter Umständen sich um Finanzierungshilfen umzuschauen. Im Programm „Altersgerecht Umbauen“ fördert die KfW alle Baumaßnahmen, die Barrieren reduzieren und eine Angenehme Wohnqualität gewährleisten oder den Kauf eines entsprechend umgebauten Wohngebäudes.

Für weitere Informationen zu universales barrierefreies Bauen:

https://www.wibank.de/resource/blob/wibank/435282/afa9d1498c555b4ccd9c574cc8af3e8f/broschuere-umbau-barrierefrei-data.pdf oder zu

Smart House (zum Beispiel):

https://www.haus.de/smart-home/die-besten-smart-home-systeme-im-vergleich

KfW:

https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Finanzierungsangebote/Altersgerecht-umbauen-(159)/index-2.html

Herzliche Grüße,

Irma Boltner

Wohnberaterin der Nordkreis Kommunen

Diakoniestation Wetter

Tel. 016096631293

Email: i.boltner@diakoniestation-wetter.de