Interview Runde 1

Nico Ortmüller - Kandidat für "Ninja Warrior Germany"

1. Hallo Herr Ortmüller, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Ich heiße Nico Ortmüller, bin 30 Jahre, verheiratet, habe eine Tochter, das zweite Kind ist gerade unterwegs. Ich trainiere seit Februar 2020 für „Ninja Warrior Germany“ (und Boulder nebenbei)

2. Was ist „Ninja Warrior“?

Das ist ein Ganzkörpersport, der Elemente aus dem Klettern, Parkour und Turnbereich enthält.

3. Wie sind Sie auf diese Sportart gekommen? Haben Sie bis dato einen anderen „normalen“ Sport betrieben?

Aufmerksam bin ich auf „Ninja Warrior“ geworden, als die RTL-Sendung das erste Mal vor 6 Jahren ausgestrahlt wurde. Ich war direkt von diesem Sport fasziniert, sodass ich sofort sagte, irgendwann mal möchte ich auch daran teilnehmen. Im März 2020 war es dann soweit: durch den Corona-Lockdown habe ich meine Fußballkarriere etwas früher beendet und mich fortan auf den Ninja-Sport konzentriert.

4. Was macht den Reiz von Ninja aus?

Der Reiz an diesem Sport ist, dass er einfach mega viel Spaß macht, man sehr fit dadurch wird und man sehr liebevolle, nette Menschen kennenlernen darf. Der Zusammenhalt von der Ninja Community ist mit anderen Sportarten nicht zu vergleichen, denn das typische Konkurrenz-Denken gibt es in diesem Sport nicht.

5. Wie oft und wo trainieren Sie? Haben Sie einen Trainer?

Feste Trainingszeiten habe ich nicht. Ich versuche meine Trainingszeiten so anzupassen, dass meine Frau ihrem Hobby nachkommen kann und was am wichtigsten ist, dass die Familie nicht drunter leidet, da dieser Sport doch sehr zeitintensiv ist. So ein Training kann nämlich schon mal bis zu 3 Std. gehen. Vom Wetter her mache ich keine Ausnahme, selbst bei -7 und Schnee wird trainiert, je nach Ort sogar den ganzen Tag. Aktuell trainiere ich - durch den Lockdown - im Calisthenicpark Goßfelden, da ich dort meine Hindernisse perfekt aufhängen kann. Wenn die Hallen wieder deutschlandweit aufmachen dürfen, sind schon mal weite Strecken dabei, wie zum Beispiel nach Koblenz, Karlsruhe oder auch Ladenburg: dort in den Trampolinparks sind auch Ninja-Parkoure.
Einen Trainier in dem Sinne hab‘ ich jetzt nicht direkt: es ist mehr ein Online-Coach. Ich schicke ihm meine Videos und er schaut sie sich diese an, analysiert sie und gibt mir ein entsprechendes Feedback zurück, was gut war und woran ich noch arbeiten muss, bzw. wie ich es anders machen kann. Mein Coach ist Benni Grams, er ist ein professioneller Parkour-Athlet und nimmt auch an „Ninja Warrior Germany“ regelmäßig teil und steht, wenn er mitmacht, immer in der Final-Show. Ansonsten trainiere ich mit Freunden, die sich auch für die Show beworben haben.

6. Wo treten Sie an/ auf?

Wenn ich Glück habe und für die Show angenommen werde, wird diese auf RTL gezeigt: die Ausstrahlung für die 6. Staffel wäre dann Mitte/ Ende Oktober. Ansonsten gibt es noch andere Ninja-Wettkämpfe u. a. von der European Ninja League - diese finden in allen größeren Hallen statt, die einen Ninja-Bereich haben. Selbst habe ich noch an keinem Wettkampf teilnehmen können, da wir Corona haben und die Entfernungen doch ziemlich weit weg sind, z.B. Köln, Stuttgart, Rhede, aber sobald dieses Jahr wieder Wettkämpfe stattfinden, habe ich vor, ebenfalls daran teilzunehmen. Die Platzierung ist mir dabei zweitranging - hauptsächlich geht es mir darum, Erfahrungen zu sammeln und Spaß zu haben.

7. Was wird bei Ninja abverlangt/ wo liegt der Schwerpunkt?

Der Schwerpunkt liegt meiner Meinung nach bei der Griffkraft und auch in der Balance, aber auch die Fingerkraft ist an manchen Hindernissen sehr wichtig. Das Schwierige dabei ist, dass man keine Hilfsmittel verwenden darf, wie zum Beispiel das Liquid Chalk (dickflüssiges Magnesium). Trampolin-Springen sollte man zudem können, weil das auch ein Hindernis ist, das von sehr vielen Teilnehmern unterschätzt wird.

8. Was ist für Sie die schwierigste Aufgabe bei Ninga Warrior? Funktioniert alles auf Anhieb?

Die schwierigste Aufgabe ist (neben der Fitness) die mentale Stärke - wenn der Kopf nicht frei ist, geht gar nichts; sobald man eine Blockade hat, bekommt man selbst die einfachsten Hindernisse nicht hin.
Direkt beim ersten Mal klappt nicht immer alles, manches wiederum im ersten Versuch. Ich bin schon öfters gefallen, einiges war auch ziemlich schmerzhaft - ich habe sogar ein kleinen Failjahresrückblick auf meiner Instagram-Seite (ninja_phoenix90) erstellt…

9. Ist das eigentlich eine Sportart für alle?

Ja definitiv, diese Sportart ist wirklich für alle, egal welches Geschlecht und welches Alter. Ich persönlich kenne einen 60-Jährigen, der manch 18-Jährige in diesem Sport "alt" aussehen lässt – unter anderem mich

10. Wie stehen Ihre Chancen?

Die Chancen stehen 50:50 - man muss mit der Bewerbung interessant wirken, aber man muss auch viel Glück haben. Ein Freund von mir hat sich schon viermal beworben, war sogar auch immer beim Casting, aber bisher nicht das Glück gehabt, in die Show zu kommen. Da es über Tausende an Bewerbern ist, braucht man auch da das sprichwörtliche Quäntchen Glück.

Vielen Dank für das Gespräch. Viel Erfolg und viel Glück bei Ninja Warrior!

Das Gespräch begleitete Aga Sauerwald/ Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Lahntal