Otto-Ubbelohde-Pfad in Goßfelden

Der vor wenigen Jahren entstandene Otto Ubbelohde Weg führt Sie - ausgehend und endend am Otto Ubbelohde Haus - an vielen Stationen vorbei, die in Goßfelden an seinen größten Mitwohner erinnern.

Gleich an das Haus angrenzend kommen Sie in die Gärten Ubbelohdes. Im Lauf der Zeit haben die Eheleute Ubbelohde um das Hausgrundstück herum noch Ländereien zugekauft, die sie als Gärten nutzten. So gab es nun den Garten vor dem Haus, den Bienengarten auf der anderen Seite des Weges und den großen Gemüsegarten mit der Hecke herum. Alle diese Gärten laden in ihrer Pracht noch heute zum Verweilen ein.

Der Pfad führt dann durch die Lahnaue zum „Floss“. Hier entstanden zwei Gemälde, die auf den dort befindlichen Tafeln abgebildet sind und deutlich das Floss heute und damals erkennen lassen.

Vorbei an „Alwerts Hof“ am unteren Roßweg kommen wir auf den Goßfelder Friedhof. Hier finden Sie die Gräber Otto und Hanna Ubbelohdes. Die Grabplatte wurde nach einem Entwurf des Bildhauers Theodor von Gosen, einem Freund Ubbelohdes, gefertigt.

Nächste Station ist der Kirchplatz, auf dem sich Otto Ubbelohde sich oft aufgehalten hat und den schönen Blick zum alten Dorf hinunter, in das Lahntal, zum Burgwald und dem Wollenberg hin genossen hat. Das Gefallenendenkmal wurde von Otto Ubbelohde entworfen und 1919 aus Sandstein errichtet. Es unterscheidet sich sehr von den heroischen Denkmalen, die andernorts stehen. Ubbelohde hat das Ende des verlorenen Krieges sehr mitgenommen.

Vorbei an weiteren Stationen im so genannten ‚Unterdorf‘ gelangen Sie zur alten Goßfelder Lahnbrücke von 1802. Noch heute ein gern genommenes Fotomotiv, war sie „das“ Motiv Ubbelohdes in Goßfelden. In vielen Zeichnungen und Illustrationen kommt sie vor.

Das bekannteste Bild Ubbelohdes von der Goßfeldener Brücke ist das Gemälde „Eisbrecher“, das er um 1906 gemalt hat. Der hier abgebildete Eisbrecherstamm sollte den Sandstein-Brückenpfeiler vor dem Treibeis schützen. Die Reste der Stützen des Eisbrechers sind noch heute vor der Brücke in der Lahn zu sehen. Auch bei dem Märchen „Der singende Knochen“ hat er die Goßfeldener Brücke als Motiv verwandt.

Als in 1907 der Eisbrecherstamm morsch war und ersetzt werden musste, wurde vom Gemeinderat Goßfelden beschlossen, dass als Eisbrecher nun eine Eisenbahnschiene verwendet wird. Und es wurde auch so durchgeführt. Das hat den Künstler Ubbelohde sehr geärgert. Seinem Ärger hat er dadurch Ausdruck gegeben – er war gerade dabei die Grimm’schen Märchen zu illustrieren – dass er zu der in der Grimm‘schen Märchensammlung enthaltenen Kinderlegende „Gottes Speise“ einen Grabstein zeichnete und auf diesen den - nur mit einer Lupe lesbaren - Text schrieb: Ach wenn ich doch nur einmal der Kaiser Tiberius wäre, so schmisse ich noch heute Abend die hochedlen Herren Gemeinderäte von Goßfelden ins tiefste Wasser.

Die Gastwirtschaft Scheel war zu Zeiten, als Otto und Hanna Ubbelohde an der Lahn unterwegs waren und hier einkehrten noch die Gastwirtschaft Ruth.