Isenbergs Brücke in Goßfelden

Isenbergs Brücke begleitet die Bürgerinnen und Bürger Goßfeldens gut über 100 Jahre. Ihre Geschichte haben wir unter https://www.lahntal.de/tourismus/tourismus/isenbergs-bruecke-in-gossfelden/ auf dieser Internetseite noch einmal in Erinnerung gerufen.

Im Herbst 2019 stand die regelmäßige Überprüfung dieser Fußgängerbrücke an. Ende Oktober 2019 erreichte die Gemeinde der Prüfbericht. Das Ergebnis war erschreckend: Die Brücke, die bis auf ein paar Bretter eigentlich noch fit erschien, durfte fortan nicht mehr begangen werden.

Was war passiert: Der Gutachter hatte leider viele Mängel festgestellt. Besonders die Hochwasser hatten der Brücke doch arg zugesetzt. Die Fundamente hatten sich geneigt. Es besteht die Gefahr, dass die Brücke in die Lahn fallen könnte. Und in so einem Fall geht die Sicherheit vor! Vorerst durfte die Brücke nicht mehr betreten werden.

In der Sitzung der Gemeindevertretung am 19. Mai 2020 beauftragte die Gemeindevertretung Lahntal mit 19 Stimmen bei 7 Enthaltungen den Gemeindevorstand u.a. eine Prüfung der Standfestigkeit der Brückenpfeiler zu beauftragen.

In Ausführung dieses Beschlusses hatte die Firma L- Schmidt, Betonbohren und -schneiden, Nidda der Gemeinde Lahntal nach einem Ortstermin folgende Leistungen am 04.06.2020 angeboten:

„Wenn wir von 4 Bohrungen mit einem Durchmesser von 200mm und einer Bohrtiefe von 2000mm ausgehen, inklusive der Schutzmaßnahmen sowie Bereitstellung Stromgenerator dann belaufen wir uns auf ca. 4000€ Netto. Die Ausführung habe ich für 09.06. ab 7:00 Uhr eingeplant.“

Die Gemeinde Lahntal hat das Angebot angenommen. Die Bohrungen wurden durch die Firma am 09./10. Juni 2020 vorgenommen. Vor Ort wurde während der Ausführung entschieden, dass nun insgesamt fünf Bohrungen notwendig sind.

Eine Bewertung der Bohrkerne erfolgt nicht durch die Firma Schmidt. Die entnommenen Proben wurden allerdings in der Bürgerversammlung am 16. Juni 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt.

In der Bürgerversammlung verwies Herrn Dipl.-Ing. Oliver Mayer von der Ingenieursgesellschaft pfeiffer X schmidt, Marburg auf die geringe Bohrtiefe von in der Regel unter 100mm (beauftragt wurden mindestens 200mm), dass die Fundamente der Brückenpfeiler nach heutigem Stand der Technik nicht ausreichend tief gründen. Zudem wurde ausgeführt, dass die Qualität des Betons des Pfeilers auf der Nordseite stellenweise sehr bröselig, das Zuschlagmaterial zu grob und zu schlecht ist. Der Beton des Pfeilers auf der Südseite sei tendenziell etwas besser, aber ebenfalls insgesamt als nicht ausreichend einzustufen.

Die Qualität beider Pfeiler reicht weder aus, sie als Basis einer sanierten Brücke zu nutzen, noch eine neue Brückenkonstruktion zu tragen. Die Pfeiler müssten für beide Zwecke nach heutigem Stand der Technik neu aufgebaut werden, das heißt mit einer Gründung von 2 Meter unter der Gewässersohle. Beide Pfeiler, besonders aber der nördliche Pfeiler sind nicht ausreichend standsicher.

Am 25. Juni 2021 fasste die Gemeindevertretung Lahntal mit 24 Stimmen bei einer Enthaltung den nachstehenden Beschluss:

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Lahntal beauftragt den Gemeindevorstand der Gemeinde Lahntal

  1. die Planung einer Ersatz-Brücke für Isenbergs Brücke und ein Konzept für ein Geh- und Radwegenetz aufzunehmen, dazu ist die Planung mit einer Kostenschätzung und mit einer Zeitschiene für die Umsetzung zu versehen und die Ergebnisse einer Prüfung auf Bezuschussung eines Ersatzneubaus der Gemeindevertretung der Gemeinde Lahntal vorzulegen.
  2. Die derzeitige Konstruktion von ‚Isenbergs Brücke‘ in Lahntal-Goßfelden wird aus Sicherheitsgründen zurück gebaut.

Für die Umsetzung werden folgende Haushaltsmittel bereitgestellt:

  • für die Planung eines Ersatz-Neubaus werden auf der Investition I13020206 Ersatzbau „Isenbergs Brücke“ Goßfelden außerplanmäßige Haushaltsmittel in Höhe von 88.000 € bereitgestellt und
  • für die Erstellung eines Rad- und Fußwegeplanes werden außerplanmäßige Haushaltsmittel in Höhe von 30.000 € auf der Kostenstelle 15020499 Lahntalradweg bereitgestellt.

Die Gemeindevertretung hat mit dem vorgenannten Beschluss eine Vorgabe für die Abarbeitung festgelegt. Um möglichst eine Bezuschussung für einen Ersatz-Neubau zu erreichen, ist zuerst ein Konzept für ein „Geh- und Radwegenetz“ zu erstellen. Eine Planung eines Ersatz-Neubaus kann erwogen werden, sobald der Gemeinde bekannt ist, ob das Land Hessen den Ersatz-Neubau bezuschussen wird.

Aktuell kann zur Umsetzung des Beschlusses der Gemeindevertretung Lahntal berichtet werden:

  • Im Juli 2020 hat die Gemeindeverwaltung einen Förderantrag im Rahmen des Förderprogrammes Nahmobilität gestellt. Die beantragte Förderung bezieht sich auf die Erstellung eines Geh- und Radwegenetzes.
  • Im November 2020 wurde seitens Hessen Mobil dieser Förderantrag positiv beschieden.
  • Die Ausschreibung für das Geh- und Radwegekonzept wird im Frühjahr 2021 erfolgen.
  • Die Gemeindeverwaltung rechnet damit, dass die Erstellung des „Geh- und Radwegekonzepts “ durch das beauftragte Büro etwa ein Jahr in Anspruch nehmen wird.
  • Die Erstellung des Geh- und Radwegekonzepts wird mit Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen, sofern dies nach den jeweiligen Pandemieauflagen möglich ist.

Für mehr Informationen lesen Sie den Bericht zu Isenbergs Brücke (Mai 2020).

20.02.2021 Manfred Apell