Projektstudie (c) Büro integrale planung marburg

Haus am Wollenberg | Sterzhausen

Vorstellung des Hallenkonzepts der Gemeinde Lahntal

Seit dem Sommer 2020 beschäftigt sich die Gemeinde Lahntal mit der Frage, ob sie es schaffen kann, zu Lasten der bisherigen Mehrzweckhallen der Gemeinde in Goßfelden und Sterzhausen eine neue 3-Felderhalle als neue Kultur- und Sporthalle für ganz Lahntal allen Mitbürgerinnen und Mitbürgers, insbesondere aber ihrer vitalen Vereinslandschaft anzubieten.

Erstmals wurden diese Überlegungen in einer Bürgerversammlung am 27. August 2020 in der Lahnfelshalle Goßfelden vorgestellt. Auch auf dem Hintergrund der kontrovers geführten Diskussion in dieser Bürgerversammlung fasste die Gemeindevertretung Lahntal am 8. September 2020 einen Grundsatzbeschluss, der besonders die kontroversen Positionen aus der Bürgerversammlung aufgegriffen hat.

Der Grundsatzbeschluss sieht u.a. vor, dass

  • ermittelt wird, ob und zu welchen Kosten das „Haus am Wollenberg“ in Sterzhausen zu einem erweiterten Bürgerhaus umgeplant werden kann und
  • der Bau einer Multifunktionshalle als Ersatz für die beiden Mehrzweckhallen ebenfalls geprüft wird.
  • Ferner sind die Nutzer aller Lahntaler Hallen sind zu befragen, ob für sie die aktuellen Mehr-zweckhallen ausreichend sind oder ob sie einen Vorteil in der Errichtung einer Multifunktionshalle für ganz Lahntal in Goßfelden sehen.

Erste Aufgabe für den Gemeindevorstand war es, einen Förderantrag aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zu stellen. Am 3. März 2021 erhielt die Gemeinde die Nachricht, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Projekte beschlossen hat, die eine Förderung aus dem Bundesprogramm erhalten sollen, darunter die Gemeinde Lahntal mit einer Förderung über 3 Millionen Euro. Mit dieser Mitteilung über diese Förderung erst ist der Bau einer Multifunktionshalle überhaupt möglich geworden.

Die Gemeinde hatte zudem ein Büro beauftragt, ein Konzept und eine Kostenkalkulation für den Umbau des Hauses am Wollenberg zu einem erweiterten Bürgerhaus zu entwickeln. Das Konzept wurde der Gemeinde am 24. Februar 2021 übergeben.

Nachstehend kommen wir nun dem Auftrag der Gemeindevertretung nach und informieren die Nutzer unserer Hallen über den aktuellen Stand, damit Sie beurteilen können, ob sie einen Vorteil in der Errichtung einer Multifunktionshalle für ganz Lahntal in Goßfelden sehen oder nicht.

Die Vorgeschichte

Seit 2018 sanierte die Gemeinde Lahntal im Rahmen des Dorferneuerungsprogrammes das „Haus am Wollenberg“ in Sterzhausen; genauer gesagt, wurde eigentlich nur der Bürgerhausteilbereich der Halle saniert, die sich im Eigentum der Gemeinde Lahntal befindet. Da der Landkreis als Eigentümer der Mehrzweckhalle sich nicht zu einer gleichzeitigen Sanierung entscheiden konnte, waren nur einzelne Bauteile der Halle in die Sanierung einbezogen.

Anfang Oktober 2019 mussten die Arbeiten am Haus am Wollenberg nach größeren Wasserschäden eingestellt werden. Das war kurz vor der schon vorgesehenen Wiedereröffnung. Die Schäden offenbarten weitere, größere Mängel im Hallenteil des Hauses am Wollenberg, wie z.B. auszutauschende Elektroverbindungen, Wasser- und Abwasserrohre, Schäden an der Dachkonstruktion.

Die Gemeinde muss sich für Arbeiten in diesem Bereich mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf abstimmen. Diese, beim Bau der Halle vereinbarte rechtliche Konstruktion erweist sich heute für Entscheidungen, besonders für „schnelle“ Entscheidungen zunehmend als hinderlich.

Allein die für eine Verhandlung mit dem Landkreis erforderliche Kostenschätzung lag erst im März 2020 vor. Zu einem abschließenden Gespräch über die Fortsetzung der Arbeiten kam es erst Ende Juni 2020.

Da am Ende einer Wiederherstellungssanierung wiederum nur ein über 40 Jahre altes Haus steht, für das weiterhin die rechtliche Konstruktion des gemeinsamen Eigentums von Gemeinde Lahntal und Landkreis Bestand hätte, haben wir von der Chance Gebrauch gemacht, alternativ zu den beiden Hallen in Lahntal (Haus am Wollenberg und Lahnfelshalle) zu prüfen, ob wir eine gemeinsame Mehrfelderhalle für ganz Lahntal finanzieren und bauen könnten.

Nach dem vorläufigen Bewilligungsbescheid aus Berlin erscheint dies nun möglich. Aber eine Mehrfelderhalle kann leider nur erreicht werden, wenn die Hallenbereiche des Hauses am Wollenberg und der Lahnfelshalle entfallen oder größtenteils entfallen. Auch aus Gründen der dauerhaften Unterhaltungskosten ist dies erforderlich, weil die Gemeinde Lahntal keine 3 große Hallen dauerhaft unterhalten kann.

Haus am Wollenberg, Sterzhausen

Erster Schritt der Entscheidung ist, ob das Haus am Wollenberg wiederhergestellt werden soll, wie es uns aus der Zeit vor Beginn der Sanierung in Erinnerung bekannt ist oder ob die Gemeinde sich für eine Umgestaltung zu einem erweiterten Bürgerhaus entscheiden kann.

Der obige Grundriss zeigt den Grundriss des Haus am Wollenberg, wie es sich nach der abgeschlossenen Sanierung des Bürgerhausteilbereiches dargestellt hätte dar.

Um Ihnen den Vergleich zu der von der Gemeinde aktuell bevorzugten Variante einer Umgestaltung des Hauses am Wollenberg zu einem erweiterten Bürgerhauses zu ermöglichen, zeigen wir auch den Vorschlag eines Grundriss des umgestalteten Bürgerhauses. Bitte bedenken Sie, dass es sich erst einmal nur um den Vorschlag des beauftragten Büros handelt.

Erläuterungen zum umgestalteten Bürgerhaus:

Der „gelb“ skizzierte Teilbereich des Hauses am Wollenberg (aktuell die Duschräume und Toiletten) entfällt ersatzlos. In diesem Bereich liegt auch der größte Teil der während der Sanierung festgestellten Schäden am Haus, insbesondere schadhafte Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen. Dieser Teilbereich kann in die Planung der dringend für Sterzhausen benötigten Kinderkrippe genutzt werden. Entfallen wird auch der bisherige Jugendraum im Kellergeschoß (ebenfalls behaftet mit stark schadhaften Bauteilen).

Der bisherige Hallenbereich wird zurück gebaut bzw. zu einer ca. 200qm großen Erweiterung des Bürgersaals umgestaltet. Der Erweiterungsteilbereich steht dann sowohl für Vereinsaktivitäten, den Schulsport der Grundschule, aber auch bei Veranstaltungen zur Verfügung. Im zurück gebauten westlichen Hallenbereich entsteht eine Terrasse in einer Größe von ca. 180qm, die bei Veranstaltungen bis 22 Uhr mit genutzt werden kann. Für Vereinsaktivitäten und die Grundschule werden dann die nördlich angrenzenden Räume überwiegend zu nutzen sein.

Lahnfelshalle

Sofern es bei einer entsprechenden Entscheidung zugunsten eines Umbaus des Hauses am Wollenberg zu einem erweiterten Bürgerhaus kommt und die Gemeindevertretung sich für den Bau einer Lahntaler Kultur- und Sporthalle entscheidet, wird auch die Lahnfelshalle Goßfelden – inzwischen über 50 Jahre alt – zu einem Bürgerhaus umgestaltet. Der Hallenteil der Lahnfelshalle entfällt dann; für die Vereins- und Schulsport steht dann die benachbarte Lahntal Kultur- und Sporthalle (3-Felderhalle) zur Verfügung.

Die Umgestaltung der Lahnfelshalle wäre der letzte Schritt im Hallenkonzept der Gemeinde Lahntal. Bis zur Einweihung der Lahntal Kultur- und Sporthalle wird die Lahnfelshalle für den Vereins- und Schulsport zur Verfügung stehen.

Die Gemeinde Lahntal geht heute von einem Sanierungsaufwand von ca. 4 Millionen Euro für die Lahnfelshalle aus. Aus wirtschaftlicher Sicht erscheint eine Sanierung der Lahnfelshalle nicht vertretbar.

Lahntal Kultur- und Sporthalle

Für die neue Lahntal Kultur- und Sporthalle rechnet die Gemeinde mit ca. 7,4 Millionen Euro Baukosten (einschließlich einer Fußgängerbrücke über die Bahnlinie). Es handelt sich um eine erste, sehr grobe Kostenschätzung, die erst mit Erteilung eines Planungsauftrages präziser werden kann.

Die aktuelle Überlegung der Gemeinde ist, dass die Halle auf dem inzwischen gemeindeeigenen Grundstück „Hinterm Biegen“ in Goßfelden entstehen könnte (also zwischen der Bahnlinie und der Bundesstraße 62).

Der Bereich liegt in unmittelbarer Nähe zur Otto-Ubbelohde-Grundschule und der dann als Bürgerhaus genutzten Lahnfelshalle. Die Bereiche wären dann über eine Fuß- und Radwegebrücke verbunden. Über die Bundesstraße 62 erfolgt die Anbindung für den Autoverkehr. Die Anbindung der Halle über eine Anliegerstraße (derzeit den Otto-Ubbelohde-Weg) entfällt; der Parkplatz kann dann auch für Schul- und Kita-Nutzer bereit gestellt werden.

Voraussetzung für den Bau der Lahntal Kultur- und Sporthalle ist aber, dass zuvor ein Bebauungsplan und eine Änderung des Flächennutzungsplanes Rechtskraft erlangt. Hierfür ist mit bis zu 2 Jahren zu rechnen.

05.04.2021  Manfred Apell