Spaziergang der besonderen Art

Gemächlich schreiten Sir Henry, Daisy und Nelson mit ihren Artgenossen voran und ziehen dabei alle Blicke auf sich. Verzückt und amüsiert bleiben Passanten stehen, greifen nach ihrer Kamera und stellen neugierige Fragen: „Kann man auf denen auch reiten? Oder einen Rucksack draufschnallen? Spucken die?“

Eigentlich ist es ja nichts Außergewöhnliches, mit einem Vierbeiner spazieren zu gehen. Auch nicht, wenn es sich dabei um eine ganze Gruppe Zweibeiner mit Leine in der Hand handelt. Doch in Goßfelden und Sarnau waren kürzlich weder Hunde noch Pferde mit menschlichen Begleitern unterwegs, sondern neun Alpakas.  Die zwischen 80 und 100 Zentimeter großen Tiere gehören zu der Familie der Kamele und stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Neben Flamingos sind sie aktuell beliebte Trendtiere auf Deko-Artikeln, Tassen oder als Kuscheltier. Ihr realer Anblick aber übertraf jede Vermarktungsstrategie. Vor allem im Zusammenhang mit der Möglichkeit, mit ihnen spazieren zu gehen, ließen die Tiere so manches Spaziergänger-Herz höherschlagen.

„Die Tiere sind geübt im Spazierengehen“, erläuterte Robert Ruppersberg aus Sterzhausen, der die Vierbeiner mit der flauschigen Wolle gemeinsam mit seiner Frau Christiane züchtet. Sie bieten auch Wanderungen mit ihren Alpakas an, die Tiere werden unter anderem für Jungesellinnen-Abschiede oder auch Kinder-Geburtstage gebucht. „Je nach Witterung können sie bis zu vier Stunden laufen und bis zu 60 Stundenkilometern schnell werden“, sagte ihr Besitzer. Der Spaziergang von Goßfelden über Sarnau zurück zum Otto-Ubbelohde-Haus aber verlief im entspannten Schritt-Tempo.

Zuvor gab das Ehepaar Ruppersberg noch ein paar wichtige Hinweise: „Nicht am Kopf streicheln, das mögen sie nicht so. Und nicht zu dicht hinter ihnen gehen, sie fühlen sich schnell bedroht und könnten dann auch mal treten.“ Doch die ein- bis dreijährigen Alpakas zeigten überwiegend ein sanftmütiges Wesen. Selbst ihre Premiere, Brücken zu überqueren, meisterten sie ohne größere Probleme.  Dabei gingen Sir Henry und die anderen Hengste voran, gefolgt von den drei Stuten Daisy, Lady und Joy, „dem Model“. „Sie ist besonders gut geraten“, lächelte Robert Ruppersberg und erläuterte, dass weibliche und männliche Alpakas nicht gut zusammenlaufen können.

Sichtlich entspannt und angetan kehrten die Spaziergänger nach etwa einer Stunde in den Otto-Ubbelohde-Park zurück und machten noch ein paar Erinnerungsfotos – selbstverständlich nicht, ohne nicht noch einmal die weiche Wolle ihrer neuen vierbeinigen Freunde zu berühren.

Sportlich, informativ und gesellig

 

Zerstoßenes Eis in einem silberfarbenen Kübel, aufgeschnittene Limetten, brauner Rohrzucker und duftende Minze – eigentlich keine Zutaten, die zum Sortiment im Café „Neue Mitte“ in Goßfelden gehören, sondern zu Cocktails wie Caipirinha, Cuba Libre oder Mojito. Wie diese zubereitet werden, das zeigte Feodora Lercher aus Marburg zahlreichen interessierten Gästen, die zur Eröffnung des Generationen- und Familienzentrums gekommen waren. Der Kurs „Cocktailmixen“ gehörte ebenso wie das Salsa-Tanzen mit Markus Lercher zum Programm rund um die Einweihungsfeier.

Doch nicht nur zu diesem Anlass wurde es im Zentrum in der „Neuen Mitte Goßfelden“ in der Lindenstraße sportlich, informativ und gesellig. Täglich werden in dem Bewegungsraum des Generationen- und Familienzentrums Kurse vom Kindertanz und Zumba über Yoga und Pilates bis zu Gesundheitskursen und Gymnastikstunden für unterschiedliche Altersgruppen angeboten, zu bestimmten Zeiten haben die Bücherei und das Café geöffnet. Neu ist ein separates Büro, in dem zu unterschiedlichen Zeiten zum Beispiel Vertreter der Gemeinde sowie von Beratungsstellen oder der Bürgerhilfe Lahntal anwesend sind. „Von Montag bis Freitag ist fast den ganzen Tag jemand da“, sagte Bürgermeister Manfred Apell.

Abwechselnd haben dort zwischen 10 und 12 Uhr sowie 13 und 15 Uhr das Team Senioren,  sowie das Team vom Verein „Kinder sind unsere Zukunft“ e.V. | Lahntal | Münchhausen und die Bürgerhilfe Lahntal e.V. ihre Sprechzeiten. Das hat einen guten Grund: „Wir möchten ein Zentrum bieten, zu dem jeder hingehen kann“, sagte der Bürgermeister. Dabei sollen sich alle Altersklassen angesprochen fühlen. „Wir möchten unsere Vielfalt ergänzen und auf neue Beine stellen.“

Neu ist zum Beispiel, dass Heike Saalmann, Beraterin von „Null bis Sechs – Präventive Beratung für Eltern und Kitas“ eine offene Sprechstunde anbietet, sowie Vertreter der Erziehungsberatungsstelle eine Terminsprechstunde in der „Neuen Mitte“ anbieten. „Dieses Beratungsangebot soll Eltern kürzere Wege bieten“, sagte die Vertreterin des Vereins „Kinder sind unsere Zukunft“ e.V. „Sprechen Sie uns Das Zentrum solle darüber hinaus „Knotenpunkt für unterschiedliche Aktivitäten“ sein. Möchten Sie vielleicht gemeinsam walken, mit anderen spazieren gehen, Skat, Doppelkopf oder andere Tischspiele spielen? Kommen Sie vorbei, wir werden ein Angebot organisieren.

Apell betonte, dass das Generationen- und Familienzentrum nicht nur mit einem bestimmten Anliegen aufgesucht werden könne. „Sie können auch einfach mal so vorbeikommen und ein kleines Schwätzchen halten“, lud er ein. Weitere Ideen und Anregungen seien dabei jederzeit willkommen.