Lahntal für Alle

Liebe Lahntaler Bürgerinnen und Bürger,

der Frühling ist da und das Osterfest naht. Dieses ist mit vielen
– regional sehr unterschiedlichen – Bräuchen und Traditionen verbunden, deren Ursprünge heute kaum noch bekannt sind und jeder fragt sich, wo kommt das nur her? Mit der spannenden Frage, „Wer hat den Osterhasen erfunden?“ und weiteren österlichen Besonderheiten hat sich Sabine Lnenicka aus Sterzhausen beschäftigt. Sie gibt uns einen kleinen Überblick über die Entstehung und Bedeutung der geläufigsten Traditionen. Damit können Sie sich hoffentlich so richtig auf das Osterfest einstimmen.

Genießen Sie weiterhin die frühlingshaften Tage draußen und haben Sie wunderschöne Osterfeiertage im Kreise Ihrer Lieben.

Falls Sie weitere Geschichten/Gedichte zum Thema „Frühling“ haben, so leiten Sie mir diese bitte weiter. Dazu schreiben Sie entweder an die E-Mail-Adresse karin.maiwald@lahntal.de oder werfen den Text in den Briefkasten an der Gemeindeverwaltung in Sterzhausen (Frau Maiwald, Oberdorfer Straße 1).

Ich wünsche Ihnen eine schöne und gesunde Frühlingszeit und ein tolles Osterfest!

Herzliche Grüße

Karin Maiwald

 

Das Osterei

Das Ei symbolisiert schon seit vorchristlichen Zeiten die Entstehung neuen Lebens und die Wiedergeburt. Während der Karwoche, der letzten Woche vor dem Ostersonntag, war es den Christen untersagt, Eier zu essen. Diese wurden gesammelt, aufbewahrt und mit schönen Farben verziert, um sie am Ostersonntag zu weihen und feierlich zu verspeisen. Dieser Brauch ist bis heute erhalten geblieben und hat sich zum allgemein bekannten “Ostereier bemalen und suchen” entwickelt.

 

Der Osterhase

Der Hase ist, genau wie das Ei, bereits seit vorchristlicher Zeit ein Symbol für die Fruchtbarkeit und die Entstehung des Lebens. Zudem ist Ostern das Fest des Frühlings, und der Hase gilt als Frühlingsbote. Im Zusammenhang mit Ostereiern wird der Hase erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt. Wie es allerdings zu der Symbiose Eier und Hase und dem Ursprung des Mythos vom Osterhasen kam, ist unklar. Ein möglicher Hinweis geht zurück bis ins Mittelalter: Zu dieser Zeit war es üblich, kurz vor Ostern seine Schulden zu begleichen. Diese wurden häufig in Form von Sachgütern getilgt, üblich waren Hasen oder Eier. Interessanterweise brachte in einigen deutschen Regionen auch lange der Fuchs, der Hahn oder der Kuckuck die Ostereier – Meister Lampe konnte sich aber irgendwann doch weitgehend durchsetzen.

 

 

Das Osterfeuer

Hinter dieser Tradition steckt ebenfalls ein ehemals heidnischer Brauch. Mit dem Osterfeuer sollen die bösen Wintergeister vertrieben und der Frühling begrüßt werden. Für viele Menschen war es damals durchaus überlebenswichtig, dass die kalte Jahreszeit möglichst kurz blieb. Feuer ist von jeher ein Symbol für Licht und Wärme und auch Symbol für Jesus als Licht der Welt.

 

Das Osterwasser

Der Brauch stammt aus heidnischer Zeit. “Osterwasser holen” war eine Tradition für die Frauen in der Ortschaft. Dabei gingen die Frauen und Mädchen am Morgen des Ostersonntags los, um Wasser vom Brunnen oder Fluss zu holen. Dem Osterwasser wurden besondere Eigenschaften zugeschrieben. Neben seiner heilenden Kraft wurde dem Osterwasser auch eine Förderung der Fruchtbarkeit nachgesagt. Wenn verheiratete Frauen sich also mit dem Osterwasser wuschen, sollten sie schneller schwanger werden. Für junge Mädchen hieß es, dass das Osterwasser ihre Schönheit zum Vorschein bringen würde. Und wer verliebt war, sollte das Osterwasser auf den Mann oder Burschen ihrer Träume sprenkeln, der dann die Zuneigung erwidern würde. Je nach Region gab es dabei aber ein Hindernis: Der Kniff an der Sache war, beim Osterwasser holen – entweder nicht gesehen zu werden oder aber kein Wort auf dem Hin- und Rückweg zu sprechen, sonst würde das Osterwasser seine Wirkung verlieren.

 

Das Osterlamm

Schon seit Jahrtausenden gilt das Schaf als Symbol des Lebens und im Neuen Testament wird das Lamm zum Symbol für Jesus Christus, der als Lamm Gottes bezeichnet wird. Im frühen Christentum was es üblich, geweihtes Lammfleisch unter den Altar zu legen, das dann am Auferstehungstag als erste Speise gegessen wurde.

 

Heute kommen Osterlämmer eher in Gestalt eines Kuchens auf den Tisch.

Der besonders süße, weiche, buttersatte Teig, aus dem das Osterlamm oder der Hefezopf gebacken wird, zeigt an, dass mit Ostern die Fastenzeit vorüber ist und man jetzt wieder nach Herzenslust schmausen kann.