45. KW | Unumgänglich? Unverhältnismäßig?

Liebe Mitbürgerin,
lieber Mitbürger,

in der letzten Woche habe ich auf der Titelseite von Lahntal aktuell mitgeteilt, dass wir 109 Neuinfektionen mit Covid 19 zu verzeichnen hatten. Bei Auslieferung von Lahntal aktuell (nur 5 Tage nachdem der Text geschrieben wurde!) war die Zahl auf deutlich über 200 Neuerkrankte im 7-Tages-Schnitt angestiegen. Und nun hoffe ich, dass beim Erscheinen dieser Kolumne die Zahl der Neuinfektionen nicht weiter so stark angestiegen ist.

Letzten Mittwoch haben die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gemeinsam starke Einschränkungen für uns Bürgerinnen und Bürger beschlossen. Diese Einschränkungen gelten nun für den ganzen November.

Die Bundeskanzlerin hat die Maßnahmen als „dringend“ und „unumgänglich“ bezeichnet. In denselben Fernsehnachrichten kamen von den Maßnahmen Betroffene zu Wort, die die Maßnahmen als „unverhältnismäßig“ bezeichneten. Auch Fachleute gaben zu Protokoll, dass es die Maßnahmen seien.

Sicher, das ist die Vielfalt unserer Gesellschaft.

Was ich aber nicht gehört habe, dass irgendeiner der Kritiker einen Vorschlag unterbreitete, wie der sich bei dieser Entwicklung abzeichnende gesundheitliche Kollaps unserer Gesellschaft verhindert werden kann.

Und da bin ich froh, dass die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten nun gemeinsam und entschlossen gehandelt haben.

Es gibt keinen „perfekten“ Plan, wie dieser Pandemie zu begegnen ist. Es gibt nur einen sicheren Weg in die Katastrophe: Durch Nichthandeln!

Wir müssen in dieser Zeit zusammenstehen und dem Kerngedanken der beschlossenen Maßnahmen möglichst umfassend folgen: Jeden vermeidbaren Kontakt auch zu vermeiden. Und alles zu tun, was unsere Mitmenschen und uns selbst am besten schützt: Abstand halten, Mund-Nase-Maske tragen, die Hygieneregeln beachten, häufig Lüften.

Bleiben Sie bitte gesund! Und bleiben Sie besonnen.

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell