42 KW ⎜ Gemeinde Lahntal rettet den LURCHI

Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,

 

können Sie sich noch an den ‚Lurchi‘ – den kleinen Salamander eines Schuhherstellers erinnern? Am Steinberg in Sterzhausen gibt es eine relativ große Population von Feuersalamandern, die dort attraktive Lebensräume für sich entdeckt haben. Aufmerksame Bürger und Bürgerinnen meldeten der Gemeinde, dass in dem Bereich dieses Jahr sehr viele schwarz-gelben ‚Lurchis‘ auf dem Wirtschaftsweg überfahren werden.
Dies geschieht auf dem geteerten Feldweg vornehmlich immer dann, wenn es einen warmen Regen gegeben hat und die Feuersalamander sich auf die Nahrungssuche begeben (Regenwürme, Schnecken, Käfer oder flinke Insekten) oder sich auf dem durch die Sonne erhitzten Asphalt erwärmen. Die Salamander gelten als nachtaktiv, aber bei langanhaltenden Regenfällen sind sie auch tagsüber auf der Jagd nach Futter,
was ihnen dann zum Verhängnis wird, da viele Fahrzeuge unterwegs sind.
Nach einem Ortstermin der Gemeinde mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem NABU Lahntal wurde vereinbart, dass ein Teil – ca. 300 Meter direkt am Waldstück – für alle Fahrzeuge (außer Land- und Forstwirtschaft) gesperrt wird.
Wir werden dort auch demnächst eine Tafel aufstellen, um Informationen über die Amphibien zu vermitteln, aber auch um bei der Bevölkerung für Verständnis für diese Maßnahme der Sperrung zu werben.
Laut Bundesnaturschutzgesetz werden Feuersalamander be-sonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Er gilt nämlich als gefährdet. Schuld daran ist der Verlust seines Lebensraumes, Trockenlegung von Quellen und eben die Fahrzeuge.
Lahntal – als Biodiversitätsgemeinde – überlegt deswegen auch diesen Teilbereich des Weges zu entsiegeln und als Schotterweg auszubauen. Dies würde dazu beitragen, dass sich die Feuersalamander auf dem Schotter nicht so lange aufhalten. Da sie als standorttreu gelten, würden wir sie gerne in der Gemeinde wohlbehalten wissen. Dieses Vorhaben unterstützt besonders die Untere Naturschutzbehörde, die auch helfen würde, diese Maßnahme finanziell zu übernehmen.
Zunächst jedoch hoffen wir auf Ihr Verständnis, dass der Weg für Autos gesperrt wird und wir doch schon mit dieser Lösung dazu beitragen, Lahntals Feuersalamander zu schützen.

 

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell