41. KW | BehringVerkehr

Heiliger St. Florian

Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,

die örtliche Zeitung lässt uns Lahntaler ja rege an den Marburger Diskussionen teilnehmen, wie zum Beispiel über das Für und Wider für neue Baugebiete und den Verkehr in Marburg.

Ich gebe zu: Manchmal habe ich den Eindruck nicht mehr die heilige Elisabeth ist für einige Marburger die Schutzpatronin Marburgs sondern der heilige St. Florian.

Ende September 2019 war in der Zeitung der Vorschlag einer Marburgerin „als Sofortmaßnahme!“ zu lesen, dass gegen den Verkehr zu den Behringwerken in der Marbach und am Görzhäuser Hof „die Tonnage der LKW“ zu begrenzen sei, „eine Tempo-30-Zone einzurichten“ und die „Beschilderung (Hinweis auf die Pharmaunternehmen bereits auf der Stadtautobahn) zu ändern oder an den Navigationssystemen der LKW Änderungen vorzunehmen, damit diese den Weg über Sterzhausen fahren“.

Da hat ganz offensichtlich der heilige St. Florian die Marburgerin geleitet!

Manchmal hilft aber auch, sich zu informieren und ein wenig nachzudenken.

Wer morgens und nachmittags in Goßfelden und Sterzhausen den Verkehr sich anschaut, der braucht keine Navigationssysteme zu manipulieren: Der Verkehr von und nach den pharmazeutischen Firmen findet schon heute großenteils seinen Weg über unsere Gemeinde. Das gilt auch für die allermeisten LKWs, die bereits heute über Lahntal ihren Weg zu diesen Betrieben finden.

Und natürlich ist der in Marburg verbleibende Verkehr zu den Behringfirmen eine Belastung. Aber wie heißt es so schön: Jede Medaille hat zwei Seiten. Mehr als von der Uni lebt Marburg von seiner pharmazeutischen Industrie (und auch wir profitieren auch schon heute von den vielen dortigen Arbeitsplätze).

Und wenn diese Firmen „brummen“ sollen, müssen halt auch PKWs und LKWs dort hin und wieder wegfahren. Logischerweise zu einem Teil immer auch durch Marburg.

Es ist keine Lösung, die Vorteile der vielen Arbeitsplätze und den Reichtum aus den Gewerbesteuerzahlungen haben zu wollen, aber die Nachteile in Form des Verkehrs an die Nachbarn weiterzureichen.

Marburg muss sich intelligenter mit seinen Problemen auseinandersetzen und nach Lösungen suchen, die sich nicht am St-Florians-Prinzip orientieren.

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell