39. KW | Genießen wir den Altweibersommer

Liebe Mitbürgerin,

lieber Mitbürger,

der Wettergott meint es gut mit uns im September: seit Wochen spendet er uns den besten Sommer und verwöhnt uns mit sonnigen Tagen, hohen Temperaturen, wolkenlosen Blauhimmel, angenehmem Windchen und kühlen Nächten.

Der bunte Garten zeigt sich ebenfalls in voller Pracht und man kann unter anderem aus dem Kürbis eine leckere Cremesuppe machen oder einen köstlichen Pflaumenkuchen vorbereiten. Viele zieht es hinaus in den Wald, um schmackhafte Pilze zu sammeln, die dieses Jahr zahlreich aus dem Boden schießen. Die Sportler gehen noch ins Freibad oder fahren Rad. Manche entspannen sich einfach in der Sonne mit einem guten Buch auf der Terrasse. Für jeden ist etwas dabei.

Die Schönwetterperiode im Herbst wird manchmal auch Flugsommer oder Altweibersommer genannt – und ist vergleichbar mit dem Indian Summer in Nordamerika.

Aber woher kommt dieser Begriff ‚Altweibersommer‘? In der Tat hat diese Bezeichnung nichts mit älteren Damen zu tun! Mit dem Begriff „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet. Bei sonnigem Wetter kühlt es sich in den klaren Nächten stark ab, sodass in den Morgenstunden durch den Tau die Spinnweben deutlich zu erkennen sind. Die glänzenden Fäden glitzern im Licht wie langes, silbergraues Haar.

Im Volksglauben nahm man übrigens an, dass es Glück bringe, wenn sich die Fäden an der Kleidung des Menschen heften würden und wer diese mit sich rumträgt, werde berühmt werden. Und wenn sich fliegende Fäden im Haar eines jungen Mädchens verfangen, sollte es bald heiraten!

Abgesehen also davon, dass es sehr trocken ist und die Natur dringend Regen bräuchte – können wir die kommenden Tage des Altweibersommers genussvoll wahrnehmen: er soll uns Wärme und Glück und Wohlergehen bringen!

Genießen Sie also die Sonnenstunden, die Waldesruhe und den Gemüse- und Blumengarten!

Genießen Sie die milden Indian-Summer-Tage und bleiben Sie gesund!

 

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell