38 KW ⎜ Bergahorne im „Untersten Feld“ werden gefällt

Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,

 

vor ca. 13 Jahren wurden im Flurbereinigungsverfahren für die Furkationsrinnen dreizehn Bergahorne und zwei Spitzahorne am Lahnradweg bei Sterzhausen (Unterstes Feld) gepflanzt. Die Bäume sind gut gewachsen, haben auch die zwei heißen Sommer gut überstanden und im letzten Jahr sogar sehr stark gefruchtet. Dies wurde leider zwei Pferden, die auf dem gepachteten Grundstück geweidet haben, zum Verhängnis. Die Fjordpferde haben dort Samen oder Keimlinge gefressen und sind offensichtlich an einer Vergiftung verendet. Nach der Obduktion durch die Tierklinik Gießen hat sich herausgestellt, dass die toxischen Samen der Bergahorne für die Pferde tödlich waren.

Dass die Aufnahme von Pflanzenteilen der Bergahorne gefährlich und gar tödlich für Pferde sein kann, war allerdings bis vor kurzem noch ungeklärt. Doch den Wissenschaftlern gelang es den Zusammenhang zwischen der gefährlichen Krankheit und dem Gift dieser bestimmten Ahornsorte herzustellen. Das Gift blockiert den Fettstoffwechsel beim Pferd, sodass seine Muskulatur nicht mehr mit Energie versorgt wird und deshalb nicht mehr arbeiten kann.

Der Pächter und Besitzer der Fjordpferde, die Vertreter der Gemeinde Lahntal, der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation haben nun bei einem Ortstermin über eine Lösung nachgedacht, damit die Fläche, gemäß Pflegekonzept für die Furkation, auch weiterhin mit den Fjordpferden beweidet werden kann.

Eine vorgeschlagene Großbaumverpflanzung ist leider nicht möglich: Abgesehen von dem Aufwand, würden die Bäume diese Maßnahme einfach nicht überleben. Leider reicht es auch nicht, die Bäume von der beweideten Fläche mit Zäunen abzutrennen, weil der Samen der Bergahorne 100 Meter hoch und etwa dreimal so weit fliegt, wie der Baum ist. Man hat sich also schweren Herzens dazu entschieden, die Bäume zu fällen und eine adäquate Ersatzpflanzung vor-zunehmen.

Nach Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Pächter werden Anfang Oktober die 13 Bergahorne gefällt; die beiden Spitzahorne bleiben stehen. Die Neupflanzungen – 11 Winterlinden und 4 Esskastanien – sollen noch im Herbst erfolgen. Die Kosten für die Fällung, die neuen Bäume und die Pflanzung werden zu 80 % vom Landkreis übernommen.

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell