35 KW ⎜ Grün statt Grau!

Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,

 

seit mehreren Jahren bereits wissen wir, dass auf sogenannte Schottergärten in unserer
Landschaft am besten zu verzichten wäre. Sie sind schlecht
für Bienen und Insekten sowie für das Kleinklima – ja, ver-siegelte Flächen und aufgeräumte Gärten waren gestern.
Heute sorgen immer mehr Gemeinden und Städte dafür, dass auf eigenen Grundstücken artenreiche Blühflächen oder Blumenwiesen angelegt werden. Wenn private Grundstücke auch auf diese Weise gestaltet werden, können wir viel bewirken. Besonders wichtig sind solche Flächen für Insekten, vor allem wenn die umliegenden Wiesen nahezu zum gleichen Zeitpunkt gemäht werden, z.B. um Heu zu machen.
In der Gemeinde Lahntal wurden in den letzten Jahren bereits mehrere blühende Flächen angelegt. Überwiegend waren es Blumenwiesen, aber auch kleinere Flächen im Straßenraum wurden als Staudenmischpflanzung angebaut – zuletzt vor der neuen Freiwilligen Feuerwehr in Caldern. Auch wenn jetzt auf den ersten Blick noch viel Kies zu sehen ist, kann ich Ihnen versichern, dass da standortangepasste und heimische Stauden und Gehölze gepflanzt wurden.
Der Kies wird hier als Mulchschicht genutzt, z.B. um den Eintrag von ungewünschten Pflanzen zu reduzieren. Der sichtbare Anteil des Kieses wird sich im Lauf der Zeit verringern, da die eingebrachten Pflanzen natürlich noch wachsen werden. Mulch aus mineralischem Material zersetzt sich nicht und schimmelt auch nicht. Zudem sind solche Staudenmischpflanzungen relativ pflegeleicht. Sie werden lediglich in ihrer Anwachsphase gegossen und in der Regel einmal pro Jahr, im zeitigen Frühjahr, gemäht. Wildbienen, Hummeln, Falter und andere Insekten können die Blüten nutzen.
Leider beobachten wir mit Sorge eine starke Zunahme an privaten Gärten, die vorwiegend aus Kies, Splitt oder Steinen bestehen, die Insekten und Tieren kaum oder gar keinen Lebensraum bieten. Da dieser fragwürdige Trend zunimmt, möchte ich an dieser Stelle alle Lahntaler*Innen ermuntern, einen kleinen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu leisten.
Bitte verzichten Sie auf Schotterbeete oder steinbedeckte Vorgärten! Reduzieren Sie, wo möglich, versiegelte Flächen. Wenn das Wasser auf Grünflächen versickern kann, belastet es nicht die Kanäle, was bei Starkregenereignissen durchaus wichtig werden kann. Bitte entscheiden Sie sich in Ihrem Garten für bienenfreundliche Pflanzen! Diese kommen nicht nur
Bienen, sondern auch den Gärtner*Innen und uns allen zu Gute!
Grün statt Grau!

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell