22. KW | Lockerungen

Liebe Mitbürgerin,

lieber Mitbürger,

ich habe mir eigentlich vorgenommen, nicht mehr so oft zu Coronavirus zu schreiben, aber es fällt einem schwer… Nach wie vor ist das Coronavirus das Gesprächsthema Nr.1. und dabei prallen unterschiedliche Weltsichten, Informationsstände und Anpassungsstrategien aufeinander.

Die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben nach meiner Meinung eine positive Wirkung erzielt, so dass wir – ganz vorsichtig – optimistisch sein können. Die Lockerungen müssen jedoch mit Augenmaß und viel Verantwortungsbewusstsein durchgeführt werden. Um die gemeinsam erreichten Erfolge nicht zu gefährden, muss die Rückkehr zu der „neuen Normalität“ Schritt für Schritt erfolgen. Als wichtigstes Instrument gelten nach wie vor die Abstandsregeln sowie die Pflicht, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen, um die Infektionsgefahr zu verringern. Ja, wir brauchen jetzt immer noch viel, sehr viel Geduld und Ausdauer. Und ich bin mir dessen bewusst, dass diese Situation eine außergewöhnliche Belastung darstellt.

Wie sehr die Welt aus den Fugen geraten ist, sieht man auch daran, wie oft und wie ratlos über die Coronazeit geredet wird. Corona macht uns arbeitslos, fürchten viele. Corona bringt Entschleunigung – sagen die einen. Welche Entschleunigung, fragen sich genervt die anderen – während im Homeoffice die Kinder auf dem Tisch tanzen.

Ja, es ist richtig, wenn man Kurzarbeit hat und nicht mehr weiß, wie man die Miete bezahlen soll, ist man wirklich nicht zu beneiden. Wenn man plötzlich eine Konstellation aus Homeoffice, Hausaufgaben der Kinder und Schlange-Stehen vorm Supermarkt bewältigen muss, dann kann es einem auf die Dauer auch zu viel werden. Ja, schwierige Zeiten.

Deswegen ist es gut, dass wir langsam „öffnen“, dass wir zur Normalität zurückkehren, auch wenn diese noch lange ganz anders ist als vor der Pandemie. Ich möchte Sie jedoch noch einmal bitten: Bei allen wiedergewonnenen Freiheiten – halten Sie sich an die Auflagen, beachten Sie die Abstandsregeln und seien Sie umsichtig.

Und bei aller Vorsicht: Besuchen Sie auch mal wieder Ihr Lieblingsrestaurant. Das tut Ihnen gut und hilft auch dem Wirt nach schweren Wochen sehr.

Und vor allem bleiben Sie zuversichtlich und gesund!

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell