18. KW | 1. Mai – schön und ungewöhnlich ruhig

Liebe Mitbürgerin,

lieber Mitbürger,

der 1.Mai – der „Tag der Arbeit“ steht an.

Dieser Feiertag geht auf das Jahr 1886 zurück, als in den USA am 1. Mai ein mehrtägiger Generalstreik begann. Die Streikenden wollten damit die Änderung der damals vorherrschenden – sehr schlechten – Arbeitsbedingungen durchsetzen. Die Situation eskalierte und brachte zudem anfangs nicht viel, was erneute Protestaktionen zur Folge hatte – auch in Europa, vor allem in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

In Gedenken an dieses Ereignis begingen am 1. Mai 1890 hunderttausende Menschen in Europa den ersten „Tag der Arbeit“. Ein Jahr zuvor hatte ein internationaler Arbeiterkongress in Paris zu diesem weltweiten Feiertag der Arbeit aufgerufen. Alleine in Deutschland beteiligten sich damals rund 100.000 Menschen an Streiks, Demonstrationen und Maispaziergängen. Diese globalen Aktionen der Arbeiter brachten bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung des Achtstundentages. Alles Privilegien, die wir heute für selbstverständlich halten und von denen wir seit rund 130 Jahren profitieren. Mit unserem freien „Tag der Arbeit“ werden wir jedes Jahr daran erinnert und feiern auch diesen normalerweise ausgelassen.

Dieses Jahr ist leider alles anders. Viele von uns können nicht arbeiten, würden aber gern. Viele sitzen im Homeoffice, vielleicht auch an Wochenenden. Und andere haben deutlich längere Arbeitstage, vor allem diejenigen, die zum Beispiel im Pflegebereich oder in den Kliniken arbeiten.

Die liebgewonnenen Traditionen, wie Maisingen, gemeinsame Picknicks und Maiwanderungen mit den Freunden oder auch Kundgebungen fallen in diesem Jahr aus.

Immerhin fällt der 1. Mai auf einen Freitag – es gibt zwar nicht gerade eine klassische „Brücke“, aber jedoch ein schönes dreitägiges Wochenende. Viel Zeit, keine Termine, keine Eile. Die Temperaturen sollen warm werden, die Vögel geben kostenfreie Konzerte und die Natur blüht. Ein gutes Gespräch, ein interessantes Buch, ein langer Spaziergang, ein Glas Wein, ein gegrilltes Würstchen können auch erholsam sein. Vielleicht können wir uns von den Corona-Ängsten und anderen Sorgen befreien und die Entschleunigung einfach mal genießen, ohne den durchgeplanten Freizeit-Stress. Lassen Sie einfach mal die Seele baumeln! Lassen Sie es sich gut gehen!

Und vor allem bleiben Sie bitte zuversichtlich und gesund!

 

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell