16. KW | Kühe mögen keinen “Coffee-to-go”

Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,

ein „Coffee-to-go“ ist für viele von uns ein willkommener Genuss zwischendurch. Er ist aber auch ein Synonym für unsere Wegwerfgesellschaft.

Gemeinsam mit Cola-Dosen, Burger-Verpackungen und Zigarettenschachteln zieren die „Coffee-to-go“-Becher unsere Straßenränder. Vor allem Kurven von Straßeneinmündungen oder Auffahrten sind sehr beliebt: Fenster auf und nach mir die Sintflut. Und so türmen sich an diesen Stellen die Abfälle.

Schon der sorglose Umgang mit Verpackungen und sonstigem Müll ist ärgerlich. So wird die Landschaft verschandelt und viel Arbeit für Straßenreinigung, Bauhof und ehrenamtliche Helfer verursacht.

Der unbedachte Umgang speziell mit dem Plastikmüll kann aber noch ernstere Folgen haben.

Ein Vollerwerbslandwirt hat mir dieser Tage berichtet, dass diese Unsitte seine Kühe in Lebensgefahr bringt, besonders wenn der Müll beim Mähen geschreddert und über das Gras verteilt wurde. Mehr als eine Kuh stand morgens gesund und munter auf der Weide und lag abends tot im Stall, weil ein scharfkantiger Rest von einem „Coffee-to-go“-Becher in ihren Magen gelangte und das Tier tötete.

Leider passiert das auch mit den Plastiktüten, die für Hundekot gedacht waren. Auch sie fanden ihren Weg auf die Weiden.

Das ist nicht nur ärgerlich. Für den Landwirt ist der Tod eines Tieres ein sehr großer Schaden. Es ist außerdem unverantwortlich, dass aus Nachlässigkeit und Sorglosigkeit die Tiere ihr Leben verlieren.

Die Gemeinde sucht nach Wegen, die Abfalleimer für den Hundekot so zu sichern, dass die Tüten nicht mehr auf die Weiden gelangen. Aber jeder Hundebesitzer und jede Hundebesitzerin muss auch selbst darauf achten, dass die Hinterlassenschaften nicht zur Todesfalle für die Weidetiere werden.

Von allen “Coffee-to-go“-Genießern wünsche ich mir, dass sie ihren Becher bis zum nächsten Mülleimer mitnehmen.

Überhaupt wäre unsere Gemeinde und unser Land noch viel schöner, wenn der Müll nicht gedankenlos aus Autofenstern geworfen wird, sondern mitgebrachte Verpackungen auch wieder mit nach Hause genommen würden.

Es wäre schön, wenn diese Unsitte ein Ende finden würde.

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell