15. KW | Ostern einmal ganz anders

Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,

es ist jetzt Frühling, über Tage strahlt die Sonne
und Ostern steht vor der Tür. Viele von uns hatten
sich auf ein Treffen mit ihren Verwandten
gefreut. Urlaub war gebucht. Doch die momentane
Lage macht jetzt allen Plänen einen gehörigen
Strich durch die Rechnung.
Es gibt auch keine Gottesdienste, keine Erstkommunionen
und keine Konfirmationen. Die Kirchen schränken richtigerweise
sämtliche Aktivitäten ein. Das hat in dieser Form bisher
noch nie gegeben. Ganz gleich, ob Pest oder Krieg – die Kirchen
waren immer offen und für die Menschen da.
Ja, auch das ist eine komplett neue und ungewohnte Situation,
die uns auch zu schaffen macht. Die ganze Welt leidet
nun unter einer Pandemie. Infektionsraten steigen von Tag zu
Tag in bisher unvorstellbare Höhen und ebenso die Zahl der
inzwischen gestorbenen Mitmenschen. Wir alle müssen jetzt
zu Hause bleiben, in den eigenen „vier Wänden“, nur mit der
engsten Familie. Sicher zum eigenen Schutz.
Ganz besonders schwer ist es für unsere älteren Mitbürgerinnen
und Mitbürger, für die eine Infektion lebensgefährlich
werden kann. Sie müssen Kontakte ganz besonders meiden.
Aber sie können auch keinen Besuch mehr empfangen, zu
Hause, im Seniorenheim oder im Krankenhaus. Mein guter
Freund Hans-Jakob Ruppersberg ist derzeit in einer Klinik,
weit weg von seinem geliebten Sterzhausen. Ohne Besuch,
ohne ein fröhliches Gespräch und Ablenkung vom Klinikalltag.
Ganz schwer zu ertragen für ihn, aber auch für seine
Angehörigen. Da hilft nur: ab und zu anrufen. Nicht nur bei
einem Freund in der Klinik, sondern auch bei alleinlebenden
älteren Nachbarn. Jeder Anruf ist ein wichtiger Beitrag gegen
Vereinsamung.
Aber bewahren Sie sich auch Ihre Zuversicht. Es sind schwere
Zeiten. Menschen werden krank, andere verlieren ihren Arbeitsplatz
und ihr Einkommen. Aber über kurz oder lang wird
auch diese Pandemie ihr Ende haben, wir werden aus dieser
Zeit gelernt haben und wir werden auch wieder schöne Tage
haben. Wir werden wieder ordentlich feiern und wir werden
die Gemeinschaft bewusst schätzen.
In diesem Sinne: Freuen Sie sich auf Ostern, denn Ostern bedeutet
Hoffnung und Leben. Und der Ostergottesdienst? Der
kommt dieses Jahr mal aus dem Fernseher! Ich wünsche Ihnen
allen, dass Sie sich weiterhin guter Gesundheit erfreuen und
es den Ihnen nahestehenden Menschen gut geht.
Frohe Ostern

Herzlichst
Ihr
Manfred Apell