13 KW ⎜Erweiterungsbau für das Ubbelohde-Haus

Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,

 

wie Sie wissen, hat für mich das Otto-Ubbelohde-Haus schon immer eine besondere Bedeutung. Ich halte das Museum für ein echtes Kleinod und bin stolz darauf, dass wir so etwas Außergewöhnliches bei uns in der Gemeinde Lahntal haben. Diese Bedeutung wird auch vom Kreis Marburg Biedenkopf und der Otto-Ubbelohde-Stiftung gesehen, wie Sie kürzlich in der Oberhessischen Presse lesen konnten.

Aber: die Räumlichkeiten lassen weder keine größere Aus-stellung zu noch sind sie für das Magazin zur Aufbewahrung der Bilder ausreichend. So prüft der Landkreis Marburg-Biedenkopf zusammen mit der Otto-Ubbelohde-Stiftung, ob ein Erweiterungsbau möglich ist. Dem langgehegten Wunsch des Vorstandes der Stiftung nach, würde ein Ergänzungsgebäude nicht nur Raum dafür bieten, mehr von Ubbelohdes Arbeiten zu zeigen oder zeitgenössische Kunstausstellungen zu organisieren, sondern vor allem für die sachgerechte Unterbringung von den zahlreichen Werken sorgen.

Aus diesem Grunde wurde vom Kreis eine erste Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die aber noch nicht veröffentlicht ist. Eine Entscheidung über einen Bau dieses Ergänzungsgebäudes, weder beim Kreis noch bei der Stiftung, ist bisher gegeben. Es liegt auch noch kein Bauantrag vor. Der Studie nach, so der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, sei eine Bebauung unter bestimmten Voraussetzungen möglich – „wenn die Gemeinde Lahntal dazu bereit sein sollte, der Otto-Ubbelohde-Stiftung einen Teilbereich des Flurstückes zu verkaufen oder zu verpachten“

Ja, ich würde gerne helfen, sehe es aber als meine Pflicht und Verantwortung an, darauf hinzuweisen, dass sowohl das Ubbelohde-Haus als auch der geplante Erweiterungsbau in einem amtlich festgestellten Überschwemmungsgebiet der Lahn liegen. Als Bürgermeister einer Gemeinde, deren Ortsteile fast durchgängig am und im Überschwemmungsgebiet der Lahn liegen, ist die Beachtung des Bauverbots in diesem Gebiet von hoher Bedeutung für alle Beteiligten. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, die ein Grundstück im Überschwemmungsgebiet besitzen, wünschen sich eine Ausnahme vom Bauverbot für die eigenen Planungen. Bei allem Verständnis dafür ist es nach den Regeln nicht möglich, den Wünschen zu entsprechen. Jede Ausnahme erhöht die Hochwassergefährdung für die verbleibenden Bauwerke und kann zu schwerwiegenden Folgen im Falle eines Hochwassers führen.

Zusammen mit der Gemeinde Lahntal sollten daher die beteiligten Behörden, umsichtig und sorgfältig prüfen, ob so ein Erweiterungsbau in direkter Nähe zum Otto-Ubbelohde-Haus überhaupt möglich ist. Auf jeden Fall werde ich mich dafür verwenden, dass eine endgültige Planung Ihnen öffentlich vorgestellt wird.

 

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell