08. KW | Ab in die Tonne

Liebe Mitbürgerin,

lieber Mitbürger,

seit Jahresbeginn müssen Händler mit elektronischen Kassensystemen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen. Ein notwendiger Schritt für die Steuersicherheit oder unnötiger Zettel-Wahnsinn, der Verkäufer sowie Kunden nervt und der Umwelt schadet?

Das Ziel der Bundesregierung: Steuerhinterziehung unterbinden. Die Kassenbon-Pflicht soll ja verhindern, dass der öffentlichen Hand weiterhin Steuereinnahmen entgehen, weil Unternehmen ihre Umsätze mit fingierten Rechnungen oder manipulierten Kassen nicht oder falsch erfassen.

Für die Verkäufer, vor allem Händler mit Laufkundschaft, die in der Regel keine Kassenbons haben will, wird die Regelung als bürokratisch und überflüssig kritisiert.

Alles stimmt, aber was mich persönlich ärgert, sind die Müllberge, die völlig unnötig entstehen. Reden wir in letzter Zeit nicht ständig und nicht genug über die Umweltbelastung…? Tatsächlich sind die Kassenzettel nicht nur wegen der puren Menge umweltunfreundlich. Das übliche Material – von Bons oder Quittungen – ist in der Regel ein mit verschiedenen Chemikalien beschichtetes Thermopapier, das unter Wärmeeinwirkung den Farbstoff ausbildet.

Aufgrund der Materialbeschaffenheit und der Druckerschwärze sind also übliche Kassenzettel NICHT über die blaue Tonne, sondern über den Restmüll zu entsorgen. Die Alternativen zum Thermopapier gibt es: man wird wohl ab Frühjahr schrittweise auf Kassenbons aus umweltfreundlich hergestelltem Papier umstellen, manche Händler wollen den Kassenzettel als e-mail zusenden…

Teuer, umständlich, überflüssig, umweltschädlich, ja irre. Selbst wenn ich den ausgedruckten Bon nicht mitnehme, muss er ja erstellt werden. Wenn ich aus Nachhaltigkeitsgründen mir eine entsprechende Mail zusenden lasse, muss ich auf die Datenschutzbestimmungen achten: wer kann die Daten wie nutzen?

Für mich gehört die Kassenbon-Pflicht in den (Rest)Müll… Bitte beachten Sie: in die schwarze Tonne damit!

Herzlichst

Ihr

Manfred Apell